Verantwortungsbewusstes Ankern im Mittelmeer: Posidonia, umweltfreundliche Bojen und Bußgelder, die du vermeiden solltest
Das richtige Ankern im Mittelmeer ist nicht mehr nur eine Frage des Komforts oder der Technik. Es ist auch eine Frage des Umweltschutzes, der Vorschriften und der Verantwortung als Segler. In stark frequentierten Gebieten, insbesondere auf den Balearen und in anderen sensiblen Abschnitten der Mittelmeerküste, kann das Ankern über Seegraswiesen geschützte Lebensräume schädigen und zu Strafen oder der Verpflichtung führen, das Boot zu verlegen. Die Posidonia oceanica ist in der Liste der wildlebenden Arten unter besonderem Schutz (LESRPE) aufgeführt, und ihre Wiesen sind zudem ein Lebensraum von vorrangigem Interesse im Rahmen der Habitat-Richtlinie.
Bevor man also über die perfekte Bucht nachdenkt, sollte man sich eine grundlegende Tatsache vor Augen führen: Wenn man nicht weiß, was sich unter dem Anker befindet, hat man den Ankerplatz noch nicht richtig ausgewählt. Dieser Ansatz passt sehr gut zu bereits von Crownline Spain veröffentlichten Inhalten, wie zum Beispiel dem Anlegen eines Bootes, den zu beachtenden Punkten beim Anlegen in mediterranen Buchten oder dem spezifischen Leitfaden zum Anlegen in Posidonia-Wiesen: Wie man Buchten auswählt und Propeller sowie Wasseransaugung schützt.
Warum Posidonia so wichtig ist
Posidonia ist nicht einfach nur ein „grüner“ Meeresboden. Es handelt sich um eine für das Mittelmeer typische, langsam wachsende Meeresgraspflanze, die Wiesen bildet, die als Rückzugsgebiet dienen, den Meeresboden mit Sauerstoff versorgen und ihn schützen. Das MITECO erklärt, dass sich die Wiesen aus marinen Phanerogamen in Spanien vom Ufer bis zu Tiefen von fast 40 Metern erstrecken und dass diese Arten ein wesentlicher Bestandteil der marinen Ökosysteme sind.
Darüber hinaus gibt es auf den Balearen eine spezifische Schutzvorschrift: das Dekret 25/2018 über den Erhalt von Posidonia oceanica auf den Balearen, mit dem ein spezifischer regionaler Rahmen zur Regelung der Nutzung und zum Schutz dieser Seegraswiesen geschaffen wurde. Die balearische Regierung stützt ihr System zur Überwachung, Kartierung und Bewirtschaftung ökologischer Bojenfelder weiterhin auf dieses Dekret.
Wo du nicht vor Anker gehen solltest
Die Faustregel ist klar: Man darf den Anker nicht über Posidonia-Wiesen oder anderen empfindlichen Meereslebensräumen auswerfen. Auf den Balearen dienen das offizielle Überwachungssystem und das Portal Atlas Posidonia genau dazu, Meeresböden zu identifizieren und die Auswirkungen des Ankerens durch Freizeitboote zu vermeiden. Die Regierung der Balearen teilt zudem mit, dass im Rahmen der jährlichen Aktion sowohl die Posidonia-Hotline als auch das von Ports de les Illes Balears geleitete Netz ökologischer Bojenfelder verwaltet wird.
Dies steht in direktem Zusammenhang mit der richtigen Art des Ankerns an der Mittelmeerküste: Man sollte nach sauberem Sand oder vegetationsfreiem Meeresboden suchen und nicht einfach „irgendeine Lücke“ in der Nähe anderer Boote wählen. Crownline Spain greift diese Überlegungen bereits in seinem Leitfaden zum Ankern in Posidonia-Wiesen sowie in dem Artikel „Was man beim Ankern in Mittelmeerbuchten beachten sollte“ auf.
Wann sollten umweltfreundliche Bojen verwendet werden?
Wenn eine Bucht oder ein ausgewiesenes Gebiet über umweltfreundliche oder umweltschonende Bojen verfügt, ist dies in der Regel die bessere Alternative zum freien Ankern, gerade weil dadurch verhindert wird, dass Kette und Anker über empfindliche Lebensräume schleifen. Das MITECO und die regionalen Behörden fördern seit Jahren solche Einrichtungen als Maßnahme, um den Druck durch das Ankern von Freizeitbooten auf Seegraswiesen und empfindliche Meeresböden zu verringern.
Auf den Balearen wird zudem eine Gebühr für die Reservierung von Anlegebojen in regulierten Ankerplätzen außerhalb des Hafengebiets erhoben, und die regionale Verordnung knüpft diese Dienstleistung an den Schutz der Posidonia im Natura-2000-Netzwerk sowie an den Rahmen des Dekrets 25/2018. Derselbe Erlass legt fest, dass die Dienstleistung zwischen dem 1. Juni und dem 30. September in den von Ports de les Illes Balears festgelegten Gebieten erbracht wird.
Einfach ausgedrückt: Wenn du in einem sensiblen Gebiet ein Feld mit ökologischen Bojen siehst, handelt es sich dabei nicht um eine Attraktion für Touristen, sondern um ein Instrument zum Schutz der Umwelt und einen eindeutigen Hinweis darauf, wie du dort anlegen solltest. Diese Logik findet sich – auf die Überfahrt bezogen – auch im Leitfaden von Crownline Spain zur Strecke Dénia–Formentera mit dem Daycruiser wieder, in dem ausdrücklich darauf hingewiesen wird, Posidonia-Wiesen zu meiden und Bojen oder ausgewiesene Bereiche zu respektieren.
Bußgelder und Fehler, die du vermeiden solltest
Hier ist Vorsicht und Genauigkeit geboten: Die Strafen können je nach Gebiet, Schutzgebiet, verursachtem Schaden und angewandter Vorschrift variieren, sodass es keine einheitliche „Standardstrafe“ für das gesamte spanische Mittelmeergebiet gibt. Klar ist jedoch, dass das Ankern in geschützten Lebensräumen Gegenstand behördlicher Maßnahmen sein kann und dass das Schutzsystem für Posidonia auf den Balearen über eine spezielle Überwachung, offizielle Kartografie und einen eigenen Rechtsrahmen verfügt.
Die häufigsten Fehler wiederholen sich immer wieder:
1. „Nach Augenmaß“ ankern, ohne die Tiefe zu überprüfen
Das ist einer der häufigsten Fehler. Wenn du nicht überprüfst, ob du dich auf Sand oder auf Vegetation befindest, kannst du die Wiese beschädigen, auch wenn das Wasser klar und ruhig erscheint. Die offiziellen Karten und Überwachungsdienste dienen genau dazu, solche Improvisationen zu vermeiden.
2. Den Anker dort auswerfen, wo sich ein ausgewiesenes Bojenfeld befindet
In Gebieten, die für die Nutzung von umweltfreundlichen Bojen vorgesehen sind, kann das Beharren auf freiem Ankern sowohl aus ökologischer als auch aus rechtlicher Sicht eine schlechte Entscheidung sein. Die Bojen werden installiert, um die Auswirkungen auf die Umwelt zu verringern und die Nutzung zu regeln.
3. Die Kette beim Schleppen oder Wenden über die Wiese ziehen
Es verursacht nicht nur Schäden an der Stelle, an der der Anker aufschlägt. Durch das Schleifen der Kette oder das Auslaufen kann auch ein größerer Bereich in Mitleidenschaft gezogen werden. MITECO stuft das Anlegen von Freizeitbooten als eine der wesentlichen Belastungen für diese Lebensräume ein, und die Schutzstrategien legen besonderen Wert darauf, diese Auswirkungen zu verringern.
4. Zu denken: „Wenn andere Schiffe dort sind, ist es wohl legal“
Die Tatsache, dass mehrere Boote vor Anker liegen, ist kein Garant dafür, dass der Ankerplatz geeignet ist. In stark frequentierten Buchten ist der Herdeneffekt einer der schlechtesten Anhaltspunkte, die es gibt.
So anker man richtig in mediterranen Buchten
Die sinnvollste Reihenfolge wäre folgende:
Schau dir zunächst die Wetter- und Seegangsvorhersage an. Die Seegangsvorhersage hat großen Einfluss darauf, ob das Anlegen in einer Bucht problemlos verläuft oder ob du letztendlich auf heiklem Grund manövrieren musst. Hierfür ist der Leitfaden von Crownline Spain zum Lesen der AEMET-Vorhersage vor dem Auslaufen an der Costa Blanca sehr hilfreich. AEMET veröffentlicht zudem seine offizielle Seegangsvorhersage, die eine sehr empfehlenswerte externe Referenzquelle vor dem Auslaufen darstellt.
Bestimme anschließend die Art des Meeresbodens. Wenn dort Posidonia wächst, suche dir einen anderen Bereich oder nutze eine umweltfreundliche Boje, falls vorhanden. Wenn der Boden aus sauberem Sand besteht und genügend Platz vorhanden ist, ist es sinnvoll, den Anker zu werfen. Was die Technik selbst angeht, findest du weitere Informationen im Artikel „So funktioniert ein Schiffsanker“ sowie in der allgemeinen Anleitung zum Ankern eines Bootes.
Und schließlich solltest du die gesamte Route im Blick behalten, nicht nur den Ankerplatz. Wenn du häufig in sensiblen Gewässern oder in Buchten mit Zugangsbeschränkungen segelst, spielt es auch eine große Rolle, wo sich dein Heimathafen befindet und wie du deine Ausfahrten planst. Hier sind Informationen sehr hilfreich, beispielsweise wie du den besten Heimathafen an der Costa Blanca auswählst, je nachdem, wo du am häufigsten segelst, oder wie du einen Liegeplatz in Dénia, Jávea oder Moraira entsprechend deiner Bootslänge findest.
Unsere Empfehlung bei Crownline Spain
In der heutigen Mittelmeerschifffahrt gehört das richtige Ankern zum guten Segeln dazu. Es geht nicht nur darum, eine Strafe zu vermeiden, sondern das Boot mit mehr Bedacht, mehr Sicherheit und mehr Respekt für das Meer zu nutzen, das du genießt.
Wenn deine Segeltörns daher Anlegestellen, Aufenthalte an Bord und häufige Ausflüge an der Costa Blanca oder auf den Balearen beinhalten, solltest du auch den Bootstyp, die Manövrierfähigkeit, die Ankerausrüstung und die tatsächliche Nutzung berücksichtigen. Du kannst diese Informationen mit den Kriterien für die Auswahl des richtigen Crownline-Modells entsprechend deinem Lebensstil sowie mit der Crownline-Produktpalette abgleichen.
Häufig gestellte Fragen
Ist es verboten, über Posidonia-Seegras zu ankern?
In Schutzgebieten – und ganz besonders auf den Balearen – zielen die gesetzlichen Rahmenbedingungen und die Überwachung darauf ab, das Ankern über Posidonia-Wiesen und anderen empfindlichen Lebensräumen zu verhindern. Die Posidonia steht unter Naturschutz, und das Ankern von Freizeitbooten ist eine der Belastungen, die es zu verringern gilt.
Was sind umweltfreundliche Bojen?
Es handelt sich um regulierte, schonende Verankerungssysteme, die verhindern sollen, dass Anker und Kette den Meeresboden beschädigen, insbesondere in Gebieten mit Posidonia oder anderen empfindlichen Lebensräumen.
Gibt es Bußgelder für falsches Ankern im Mittelmeer?
Ja, es kann zu Maßnahmen und Sanktionen kommen, doch die genauen Regelungen hängen vom jeweiligen Gebiet, dem Schutzgebiet und dem verursachten Schaden ab. Auf den Balearen gibt es ein spezielles Überwachungs- und Regulierungssystem, das sich auf das Dekret 25/2018 stützt.
Woran erkenne ich, ob der Meeresboden aus Sand oder Posidonia besteht?
Am sinnvollsten ist es, direkte Beobachtungen, Probenahmen, vorhandene Kartendaten und – sofern vorhanden – offizielle Instrumente zu kombinieren. Auf den Balearen unterhält die Regionalregierung Initiativen wie den „Atlas Posidonia“ und führt gezielte Überwachungsmaßnahmen durch.
Welche externe Quelle sollte man vor dem Ankern konsultieren?
AEMET für die Seewettervorhersage und auf den Balearen die offiziellen Informationen zu Posidonia-Wiesen und Bojenfeldern. Die Wettervorhersage ersetzt zwar nicht die Tiefenkartografie, verhindert jedoch riskante Manöver in exponierten Buchten.
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